H2-Well – Vision regionale Wasserstoffwirtschaft

Die Initiative H2-Well

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Forschungsprogramm WIR! – Wandel durch Innovation in der Region (Link zum Beitrag) 32 Initiativen ausgewählt, die ostdeutschen Regionen im strukturellen Wandel neue Perspektiven eröffnen wollen. Eine dieser Initiativen ist die „Wasserstoffquell‐ und Wertschöpfungsregion Main‐Elbe-LINK“, kurz H2-Well. Mit mehr als 40 Partnern und Unterstützern aus der Region zwischen Main und Elbe wollen wir den Strukturwandel vorantreiben und mit Wasserstofftechnologien neue Wertschöpfungs- möglichkeiten generieren. Wir begreifen Strukturwandel als Chance zur Innovation.

Wasserstoff – Grundlage für die kombinierte Energie- und Mobilitätswende

„Das Wasser ist die Kohle der Zukunft“, so schrieb es Jules Verne bereits 1875. Diese Zukunft steht jetzt unmittelbar vor ihrer Realisierung, denn Wasserstoff ist der fehlende Baustein für eine umfassende Energie- und Mobilitätswende. Die Infrastrukturbereiche Elektrizitätswirtschaft, Mobilität, Wärmeversorgung und Abwasserbehandlung werden in der Initiative H2-Well über die Wasserstofftechnologie zusammengeführt. Unser Ziel ist es, weltweit erstmalig zwischen Main und Elbe die Wasserstoffwirtschaft in dezentralen Strukturen umzusetzen. Dies umfasst die grüne Wasserstofferzeugung aus lokalen erneuerbaren Energien, die Wasserstoffspeicherung, die Nutzung für Fahrzeugantriebe, die Stabilisierung des Elektrizitätsnetzes mit Wasserstofflösungen sowie Anwendungen zur Gebäudeheizung. Ergänzt wird dies um die Nutzung des bei der Wasserstoff- erzeugung entstehenden Sauerstoffs zum Beispiel für Anwendungen in der Abwasserreinigung. Erfahrbar werden die H2-Well-Wasserstoffprojekte ab 2019/2020 in Demonstrationsvorhaben in Sonneberg und Apolda, die als „Ausgangspunkte“ für die Wasserstoffwirtschaft über die Technologie informieren werden.

Der Main-Elbe-Link – Innovationsregion aus Tradition

Die Region zwischen Main und Elbe ist schon seit dem Mittelalter eine wirtschaftlich starke Region, die über wichtige Handelsstraßen mit dem Rest Europas vernetzt war. Hier sind bedeutende Innovationen entstanden wie die Kolbenvakuumluftpumpe, die Schnelldruckpresse, der Zeigertelegraph oder das Ganzmetallflugzeug. Sie ist eine Keimzelle der deutschen Fahrzeugindustrie, der optischen Industrie und der Porzellanherstellung. H2-Well möchte an diesen Erfindergeist, den Forscherdrang, das Unternehmertum und die Innovationskraft anknüpfen.

Heute wird die Region durch klein‐ und mittelständische Unternehmen geprägt. Darunter sind viele Betriebe, die als Zulieferer für Großunternehmen sowie als Entwicklungsdienstleister oder Produzenten für Nischen‐ und Sonderprodukte agieren und sich durch ihre hohe Flexibilität auszeichnen. Hieraus erwachsen regionalspezifische Chancen für Innovationen und neue Wirtschaftsfelder. Gerade im produzierenden Gewerbe, das für die Wertschöpfung zwischen Main und Elbe von großer Bedeutung ist, sind in den nächsten Jahren durch die Digitalisierung, additive Fertigungstechnologien, neue Werkstoffe, die Energiewende und neue Mobilitätskonzepte große Veränderungen zu erwarten. Rechtzeitig auf neu entstehende Wirtschaftsfelder wie die Wasserstofftechnologie zu setzen, ist daher entscheidend für die Zukunft. Die Initiative H2-Well geht dies an mit dem Anspruch, den Main-Elbe-Link zum Ausgangspunkt der dezentralen, grünen Wasserstoffwirtschaft in Deutschland zu machen.

Regionale Akteure – lokale Wertschöpfungsketten

Vom Strom zu Wasserstoff, Sauerstoff und Wärme

H2-Well setzt auf lokale Wertschöpfungsketten, die neben der nachhaltigen Wasserstofferzeugung und -nutzung auch die Verwendung der Prozesswärme und des bei der Elektrolyse entstehenden Sauerstoffs umfassen. Hierdurch erschließen sich neue Optionen für Anwendungen in der Mobilität, der Elektrizitätswirtschaft, der CO2-intensiven Industrie, der Warmwasser- und Heizwärmebereitstellung, der Abwasserbehandlung, dem Handwerk und dem Gesundheitssektor.

Aus regional erzeugter erneuerbarer Elektrizität hergestellter „grüner“ Wasserstoff bietet die Möglichkeit, emissionsfrei Mobilität für LKW, PKW, Busse und Bahnen mit einem lokal gewonnenen Kraftstoff zu gewährleisten, und das bei kurzen Betankungszeiten sowie ohne Einschränkungen bei der Reichweite. Weiterhin kann mit dem Gas Wasserstoff erneuerbare Elektrizität dezentral zwischengespeichert werden, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder verstromt zu werden. Aber auch bei der Bereitstellung von Wärme in Gebäuden oder aber in der Zementindustrie eröffnen sich mit Wasserstofftechnologien Wertschöpfungsmöglichkeiten. Sogar der bei der Elektrolyse zur Herstellung von grünem Wasserstoff als Nebenprodukt entstehende Sauerstoff kann lokal genutzt werden, zum Beispiel zur Optimierung der Abwasserreinigung, im Gesundheitssektor oder als technisches Gas für Schweißprozesse.

Potenziale der dezentralen Wasserstoffwirtschaft

Die regionalen Voraussetzungen für einen von unten getriebenen Strukturwandel sind günstig, denn mittelständische Unternehmen, hoch spezialisierte Forschungsinstitutionen und flexible kommunale Aufgabenträger bieten ideale Voraussetzungen, um neue Wege zu beschreiten. Außerdem eröffnen sich Möglichkeiten, bestehende Infrastrukturen an die Erfordernisse des demografischen Wandels anzupassen. Damit behalten auch ländliche Gebiete langfristig selbsttragende Strukturen.

Der Aufbau einer dezentralen Wasserstoffwirtschaft bietet beachtliche Potentiale für den Klimaschutz, die Versorgungssicherheit mit Energie, einen selbstbestimmten Strukturwandel sowie für die Schaffung einer verantwortungsvollen regionalen Wertschöpfung. Wasserstoff ist die Grundlage für den Transformationsprozess in ein postfossiles Zeitalter.

Der Bottom-Up-Ansatz der Initiative H2-Well ist bundesweit einzigartig mit einem Modellcharakter für ganz Deutschland. Es besteht die einmalige Chance, als weltweit erste Region eine vollständige lokale Wertschöpfungskette der Wasserstoffwirtschaft zu schaffen. Durch neue hochqualifizierte Arbeitsplätze sowie Bildungs- und Qualifizierungsangebote mit überregionaler Strahlkraft wird ein nachhaltiger Strukturwandel in einer demographisch benachteiligten Region initiiert. H2-Well schafft die notwendigen Infrastrukturen für die dekarbonisierte Gesellschaft.

Presse und Medien

MDR Thüringen: 17. Mai 2018

Sonneberg: Initiative will Wasserstoff-Energie stärker fördern
In Sonneberg startet eine Initiative zum Ausbau der Wasserstoff-Technologie. Ziel ist, den Wasserstoff im Rahmen der Energiewende für Zukunfts-Technologien nutzbar zu machen.

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MDR aktuell: 17. Mai 2018

H2-Well: Mitteldeutschland wird zur Wasserstoffregion
Liegt die Zukunft der Energiegewinnung im Wasser? Trennt man Wasser in seine Bestandteile entstehen Sauerstoff und Wasserstoff. Und dieser Wasserstoff gilt als Grundlage für so manche Zukunftstechnologie.

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Freies Wort: 18. Mai 2018

Nicht nur reden, sondern Ärmel hoch und anpacken
Mit Vorträgen und Workshops erfolgte am Donnerstag im Schlossberg der offizielle Auftakt der Wir-Initiative H2-Well für die Entwicklung einer Wasserstoff-Region zwischen Main und Elbe.

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Thüringer Allgemeine: 18. Mai 2018

Das Ziel ist klar: Abgasfreie Fahrzeuge ohne Diskussion über Reichweiten oder Tankdauer
Thüringer Wissenschaftler und Firmen beteiligen sich mit Projekt an Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums.

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Tagebuch

31. August 2018: H2-Well Gruppenworkshops in Apolda

Finalisierung von Umsetzungsthemen der Initiative H2-Well in 7 Arbeitsgruppen

Der Workshop mit über 60 Teilnehmern im Hotel am Schloß in Apolda hat die seit der Auftaktveranstaltung im Mai 2018 akquirierten H2-Well Bündnispartner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammengebracht. Ziel war es, die gemeinsamen Innovationsziele zu schärfen und zusammen identifizierte Umsetzungsthemen inhaltlich auszugestalten. Aufbauend auf den Diskussionsergebnissen der Auftaktveranstaltung in Sonneberg wurden hierzu in 7 Arbeitsgruppen unterschiedliche Themenbereiche zur Realisierung der Vision einer dezentralen Wasserstoffwirtschaft besprochen. Im Ergebnis sind hieraus 9 Aktionsthemen für die spätere Umsetzung entstanden. Im Rahmen der Gruppenworkshops wurde noch einmal die Innovationskraft der Region zwischen Main und Elbe deutlich, die ganz wesentlich durch die Begeisterung der Akteure für Wasserstofftechnologien getragen wird. Die Arbeitsgruppen lieferten demnach auch wichtige Inhalte für die Formulierung der Strategie zur Umsetzung der Wasserstoffquell- und Wertschöpfungsregion zwischen Main und Elbe.

17. Mai 2018: H2-Well Auftaktveranstaltung in Sonneberg

Die Initiative H2-Well im Bundesprogramm "WIR! – Wandel durch Innovation in der Region" beginnt mit der Arbeit

80 Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie von Kommunen und Verbänden sind der Einladung der koordinierenden Bündnispartner der Initiative H2-Well zum Auftakt ins Schloßberghotel nach Sonneberg gefolgt. Die Veranstaltung wurde eröffnet mit Grußworten von Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Dr. Bernd Ebersold, Abteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG). Andreas Krey, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen sowie die Bürgermeister der Städte Sonneberg und Apolda, Dr. Heiko Voigt und Rüdiger Eisenbrand lieferten mit ihren Statements aus der Region ein klares Bekenntnis zu ihrer Unterstützung für Innovationen im Rahmen einer regional verankerten Wasserstoffwirtschaft. Prof. Dr. Michael Sterner von der OTH Regensburg stellte mit seinem Impulsvortrag eine Einordnung des Energiespeichers Wasserstoff als Baustein des global erforderlichen Wandels hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft her. Seine Idee der Wasserstoffrevolution von unten wurde durch das H2-Well Team bei der Vorstellung des H2-Well Konzeptes aufgegriffen, da dies den zentralen Ansatz des Bündnisses darstellt. In fünf Arbeitsgruppen zu ausgewählten Themen diskutierten die Akteure anschließend über die Entwicklung und die Umsetzung einer grünen, dezentral organisierten Wasserstoffwirtschaft. Die Veranstaltung ist auf eine große Resonanz gestoßen, was durch vielfältige Presseberichte bestätigt wird. In sämtlichen Arbeitsgruppen haben die Teilnehmer bekräftigt, etwas gemeinsam vor Ort bewegen zu wollen. Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen lieferten das Grundgerüst für die weitere Arbeit des gesamten Bündnisses.

Aktiv im Netzwerk H2-Well – Wir sind dabei!

Kläranlagen – Der ideale Infrastrukturspender für Wasserstofftechnologien

„Die Wasserstoffwirtschaft kann einen signifikanten Beitrag dazu leisten, Stromnetze zu stabilisieren. Dies ist im Rahmen der Energiewende sehr wünschenswert und wir können neben dem Wasserstoff auch den bei der Elektrolyse entstehenden Sauerstoff auf Kläranlagen nutzen. Die Reinsauerstoffnutzung lässt sich problemlos nachrüsten. Der Betrieb ist relativ komplikationslos, die Reinigungswerte sind besser als bei einer konventionellen Kläranlage und die Betriebssicherheit ist sehr hoch. Insgesamt sind Kläranlagen hervorragende Infrastrukturspender für die Wasserstoffwirtschaft.“

Bernd Hubner,
Wasserwerke Sonneberg, Werkleiter

Die Druckelektrolyse – Wasserstofferzeugung aus erneuerbarem Strom

„Das Prinzip der Wasserelektrolyse ist seit beinahe 200 Jahren bekannt. Das besondere an unserer Umsetzung dieses Verfahrens ist der hohe Druck. Wir produzieren Wasserstoff und Sauerstoff mit einem Systemdruck von 100 bar. Das wirkt sich positiv auf den Wirkungsgrad aus und wir haben ein Ausgangsdruckniveau, welches aus technischer und kaufmännischer Sicht vorteilhaft für die nachgeschalteten Komponenten, wie z.B. Zwischenspeicher oder Verdichter, ist.“

Uwe Eckardt,
AVX/Kumatec Hydrogen GmbH & Co. KG, Leiter Entwicklung

Sonneberg steht bereit, um Wasserstofftechnologien umzusetzen

„Die Potentiale sind in unsere Menschen. Es gibt hier kaum jemanden, der Entscheidungsträger ist und nicht davon überzeugt wäre, dass dem Wasserstoff die Zukunft gehört. Sonneberg ist eine technologieaffine Region - wir wollen Wasserstofftechnologien, die es so noch nicht gibt, erproben. Ich denke wir sind auf dem besten Weg und haben die besten Voraussetzungen. Wir stehen als Modellregion bereit.“

Dr. Heiko Voigt,
Bürgermeister der Stadt Sonneberg

Der Wasserstoff-Kreislaufmotor – Außer Wasser keine Emissionen

"Der von uns entwickelte Wasserstoff-Kreislaufmotor hat zwei wesentliche Innovationen. Das eine ist die Wasserstoffdirekteinblasung und das andere ist die Sauerstoffzuführung. Die Sauerstoffzuführung benötigen wir, um den Kreislauf abbilden zu können. Wir führen dem Motor Wasserstoff und Sauerstoff zu, welche dann im Motor zu reinem Wasser umgesetzt werden. Dieses Wasser ist das einzige Verbrennungsendprodukt, das der Motor in die Umwelt entlässt. Der Wasserstoff-Kreislaufmotor ist prädestiniert für den Einsatz in der Power-to-Gas-Technologie. Im Vergleich zur Brennstoffzelle hat er den Vorteil, dass er sehr geringe spezifische Kosten hat und auch für höhere Leistungen leicht zu skalieren ist.“

Manuel Cech,
WTZ Roßlau gGmbH, technischer Projektleiter

Vorträge

Die Arbeit des Bündnisses H2-Well wird dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit auf regionalen und überregionalen Veranstaltungen präsentiert:

27.11.2018 – InnoCON Thüringen: RIS3 Jahresveranstaltung, Arena Erfurt

27.11.2018 – RIS3 Arbeitskreissitzung „Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung“, Arena Erfurt

15.11.2018 – 7. ThEGA-Forum: Energiewende – jetzt erst recht!, Arena Erfurt

25.10.2018 – Energy Solutions, Institut für Angewandte Bauforschung, Weimar

12.09.2018 – H2-Well und die Region Coburg, Kongresshaus Rosengarten, Coburg

31.08.2018 – H2-Well Gruppenworkshop, Hotel am Schloß, Apolda

29.06.2018 – Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) Sommerexkursion, Rathaus Sonneberg

15.06.2018 – RIS3 Arbeitskreissitzung „Nachhaltige und intelligente Mobilität und Logistik“, KNV Logistik GmbH, Erfurt

24.05.2018 – RIS3 Arbeitskreissitzung „Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung“, Institut für Angewandte Bauforschung, Weimar

17.05.2018 – Auftakt H2-Well: Wasserstoffquell- und Wertschöpfungsregion Main-Elbe-LINK, Schloßberghotel, Sonneberg

20.02.2018 – HYPOS-Dialog „Wasserstoff in der Anwendung“, Leipziger KUBUS, Leipzig

Die koordinierenden Bündnispartner

SolarInput e.V.
Dr. rer. oec. Sabine Schmidt
Gustav-Tauschek-Straße 2, 99099 Erfurt

KUMATEC Hydrogen GmbH & Co. KG
Dr.-Ing. Joachim Löffler
Industriestraße 14, 96524 Neuhaus-Schierschnitz

Bauhaus-Universität Weimar
Jun.-Prof. Dr. Mark Jentsch
Coudraystraße 7, 99423 Weimar


Wir suchen den Austausch mit Akteuren aus allen gesellschaftlichen Bereichen der Wirtschaft, Forschung und Entwicklung, kommunalen Infrastruktur, Bildung, Politik und Kultur, um gemeinsam mit uns die Wasserstoffregion H2-Well zu entwickeln und zu gestalten.